Digitales Bestellsystem für die Gastronomie: der Praxis-Guide
Ein digitales Bestellsystem ersetzt Zettel, Missverständnisse und vergessene Bestellungen durch einen klaren, digitalen Ablauf: Gast bestellt, Küche sieht es sofort, Rechnung stimmt. Klingt simpel, aber die Auswahl des richtigen Systems entscheidet, ob es im Alltag wirklich funktioniert oder nur gut aussieht in der Demo.
Dieser Guide hilft dir, das passende System für dein Restaurant zu finden. Keine Feature-Listen, keine Werbeversprechen, sondern die Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du dich entscheidest.
Was ist ein digitales Bestellsystem?
Ein digitales Bestellsystem ist Software (und manchmal Hardware), die den Bestellprozess in deinem Restaurant digitalisiert. Statt dass der Kellner die Bestellung auf einen Zettel schreibt und in die Küche trägt, läuft alles digital:
- Gast bestellt via QR-Code am Tisch, am Terminal oder beim Kellner mit Tablet
- Küche sieht es sofort auf einem Bildschirm oder als Bondruck, automatisch dem richtigen Bereich zugeordnet (Küche, Bar, Eis)
- Dashboard zeigt alles: offene Tische, Umsatz, welche Artikel laufen
Der entscheidende Unterschied zu einer reinen digitalen Speisekarte: Ein Bestellsystem nimmt Bestellungen entgegen und leitet sie weiter. Eine digitale Speisekarte zeigt nur das Menü. Bestellt wird trotzdem beim Kellner.
Viele Systeme können beides: als reine Menükarte starten und später die Bestellfunktion aktivieren. Das macht den Einstieg einfacher.
Warum sich ein digitales Bestellsystem lohnt (und wann nicht)
Was es bringt
Mehr Umsatz pro Tisch. Wenn Gäste Extras, Getränke und Beilagen klar präsentiert sehen, bestellen sie mehr. Nicht weil sie überredet werden, sondern weil sie es nicht vergessen. Bei orderQ sehen wir im Schnitt 20% mehr Nachbestellungen wenn das Menü Schritt für Schritt durch die Bestellung führt.
Weniger Fehler. Keine unleserliche Handschrift, keine vergessenen Sonderwünsche, keine falsche Zuordnung. Was der Gast eingibt, kommt genau so in der Küche an.
Schnellerer Service. Gäste müssen nicht auf den Kellner warten um nachzubestellen. Ein Scan, ein Klick, die Bestellung geht raus. Das ist besonders in Stoßzeiten Gold wert.
Besserer Überblick. Du siehst in Echtzeit welche Tische offen sind, was bestellt wurde, wie viel Umsatz heute reinkommt. Keine Überraschungen bei der Abrechnung.
Wann es sich (noch) nicht lohnt
Sei ehrlich zu dir selbst: Wenn dein Restaurant 10 Plätze hat, der Service persönlich ist und deine Gäste den direkten Kontakt schätzen, brauchst du kein Bestellsystem. Eine digitale Speisekarte reicht als erster Schritt.
Auch wenn dein Team technisch unsicher ist, solltest du klein anfangen. Lieber eine digitale Karte ohne Bestellfunktion als ein volles System das niemand bedienen kann.
Die 3 Typen: QR-Code, Terminal, Kellner-App
Nicht jedes digitale Bestellsystem funktioniert gleich. Es gibt drei grundlegende Ansätze, und jeder passt zu einem anderen Betrieb.
1. QR-Code-Bestellung
So funktioniert es: QR-Code auf dem Tisch → Gast scannt mit dem Handy → Menü öffnet sich im Browser → Gast bestellt → Bestellung landet in der Küche.
Kein App-Download nötig. Das ist entscheidend. Jede App die der Gast erst installieren muss, ist eine Hürde die 80% nicht nehmen. Browser-basierte Systeme öffnen sich sofort.
Passt für: Restaurants mit Tischservice, Bars, Biergärten, Cafés. Überall wo Gäste sitzen und mehrfach bestellen.
Passt nicht für: Schnellgastronomie wo Gäste im Stehen bestellen und sofort mitnehmen.
Mehr dazu: QR Code Bestellen im Restaurant: So funktioniert's
2. Bestellterminal
So funktioniert es: Ein Touchscreen-Gerät (Tablet oder Kiosk) am Eingang oder an der Theke. Gäste wählen Produkte, bezahlen optional direkt, bekommen eine Nummer.
Passt für: Schnellgastronomie, Take-away, Imbisse, Mensen. Überall wo Geschwindigkeit zählt und Gäste sich selbst bedienen.
Passt nicht für: Fine Dining oder Betriebe wo persönliche Beratung Teil des Erlebnisses ist.
Mehr dazu: Bestellterminal Gastronomie: Alles was du wissen musst
3. Kellner-App
So funktioniert es: Dein Personal nimmt Bestellungen auf einem Tablet oder Smartphone auf. Die Bestellung geht digital in die Küche. Kein Laufen, kein Zettel.
Passt für: Restaurants die den persönlichen Service behalten wollen aber den Prozess beschleunigen. Auch gut als Ergänzung zu QR-Bestellung.
Passt nicht für: Betriebe ohne Personal (reine Selbstbedienung).
Mehr dazu: Kellner-App: Digitale Bestellung für dein Personal
Welcher Typ für welchen Betrieb?
| Betriebsart | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Restaurant mit Tischservice | QR-Code + Kellner-App | Gäste bestellen selbst, Kellner unterstützt bei Bedarf |
| Café / Bar | QR-Code | Nachbestellungen ohne Warten an der Theke |
| Schnellgastronomie / Imbiss | Terminal | Schnelle Abwicklung, weniger Personal nötig |
| Biergarten / Terrasse | QR-Code | Große Fläche, Kellner spart Laufwege |
| Fine Dining | Kellner-App | Persönlicher Service bleibt, Prozess wird schneller |
| Hotel-Restaurant | QR-Code + Terminal | Frühstücksbuffet per Terminal, Abendessen per QR |
Viele Betriebe kombinieren zwei Typen. Ein Restaurant kann QR-Codes auf den Tischen haben und eine Kellner-App für das Personal. Der Gast entscheidet selbst ob er scannt oder den Kellner ruft.
So wählst du das richtige digitale Bestellsystem
Die Feature-Liste ist das Letzte worauf du schauen solltest. Zuerst kommen diese Fragen:
1. Wie bestellen deine Gäste heute?
Beobachte einen typischen Abend. Wo entstehen Wartezeiten? Wo passieren Fehler? Wo verlierst du Umsatz weil Nachbestellungen nicht stattfinden? Das zeigt dir welchen Typ du brauchst.
2. Wie technikaffin ist dein Team?
Das beste System bringt nichts wenn dein Team es nicht nutzt. Frag dich: Kann ich 30 Minuten für eine Einführung einplanen? Gibt es jemanden der bei Fragen helfen kann? Bietet der Anbieter Schulung an?
3. Was soll mit dem Drucker passieren?
Die meisten Gastronomen unterschätzen das Thema Drucker-Routing. Wenn Getränke am Bar-Drucker rauskommen sollen und Essen in der Küche, braucht dein System diese Zuordnung. Nicht jedes System kann das.
4. Wie flexibel ist das Menü?
Dein Menü ändert sich. Tagesgerichte, saisonale Karten, ausverkaufte Artikel. Wie schnell kannst du das im System anpassen? Brauchst du den Anbieter dafür oder machst du es selbst in 2 Minuten?
5. Was kostet es wirklich?
Achte auf versteckte Kosten:
- Monatliche Gebühr: der offensichtliche Teil
- Transaktionsgebühren: pro Bestellung oder pro Zahlung?
- Hardware: Tablets, Drucker, Halterungen
- Einrichtung: kostet das Extra oder ist es inklusive?
- Vertragslaufzeit: monatlich kündbar oder 12-Monats-Bindung?
Tipp: Ein System das monatlich kündbar ist und eine kostenlose Testphase bietet, zeigt dass der Anbieter von seinem Produkt überzeugt ist.
Einrichtung Schritt für Schritt
Die Einrichtung eines digitalen Bestellsystems dauert je nach Anbieter 1-2 Wochen. So läuft es typischerweise ab:
Schritt 1: Menü digitalisieren
Dein bestehendes Menü wird ins System übertragen. Kategorien anlegen (Vorspeisen, Hauptgerichte, Getränke), Artikel mit Preisen, Bildern und Beschreibungen einfügen. Extras und Varianten definieren (Größen, Toppings, Beilagen).
Zeitaufwand: 1-3 Stunden je nach Menügröße. Viele Anbieter übernehmen das für dich.
Schritt 2: Hardware einrichten
Bei QR-Systemen: QR-Codes generieren und auf Tischaufsteller oder Aufkleber drucken. Bei Terminals: Geräte aufstellen und mit dem WLAN verbinden. Bei Kellner-Apps: App auf die Geräte des Personals installieren.
Drucker einrichten und den richtigen Bereichen zuordnen. Küchenbestellungen zum Küchendrucker, Getränke zum Bar-Drucker.
Schritt 3: Testlauf
Einen Abend lang parallel zum alten System laufen lassen. Team beobachten, Feedback sammeln, Probleme fixen. Erst wenn alles rund läuft, komplett umschalten.
Schritt 4: Team einweisen
30 Minuten reichen für die Basics: Bestellungen annehmen, Status ändern, Artikel als ausverkauft markieren. Komplexere Funktionen (Berichte, Menü-Änderungen) können später dazukommen.
5 Fehler die Gastronomen bei der Digitalisierung machen
1. Alles auf einmal umstellen
Digitale Speisekarte, Bestellsystem, Terminals, neue Drucker, alles am selben Tag. Das überfordert Team und Gäste. Besser: Schritt für Schritt digitalisieren. Erst die digitale Karte, dann die Bestellfunktion, dann optional Terminals.
2. Das Team nicht einbeziehen
Wenn dein Personal das System als Bedrohung sieht ("Die wollen uns ersetzen"), wird es sabotiert. Erkläre klar: Das System nimmt euch das Laufen ab, nicht den Job. Kellner haben mehr Zeit für echten Service.
3. Keine Testphase nutzen
Die meisten Anbieter bieten 14-30 Tage kostenlos an. Nutze diese Zeit wirklich, mit echten Gästen, nicht nur im Büro. Erst dann weißt du ob es funktioniert.
4. QR-Codes verstecken
QR-Codes die unter dem Tisch kleben oder auf der Rückseite der Speisekarte stehen, werden nicht gescannt. Sie müssen sichtbar auf dem Tisch stehen, mit einem kurzen Hinweis was passiert wenn man scannt.
5. Kein Fallback haben
WLAN fällt aus, Drucker streikt, Tablet-Akku leer. Für jeden dieser Fälle brauchst du einen Plan B. Das kann eine ausgedruckte Speisekarte sein oder die Möglichkeit, Bestellungen manuell einzugeben.
Tools und Anbieter im Überblick
Es gibt mittlerweile viele Anbieter für digitale Bestellsysteme in der DACH-Region. Hier die wichtigsten Fragen die du bei der Auswahl stellen solltest:
| Kriterium | Worauf achten |
|---|---|
| Bestellwege | Bietet der Anbieter alle Wege die du brauchst? (QR, Terminal, Kellner-App) |
| Drucker-Routing | Können Bestellungen automatisch dem richtigen Drucker/Bereich zugeordnet werden? |
| Menü-Verwaltung | Kannst du Preise, Bilder, Extras selbst ändern, sofort und ohne Support? |
| Sprachen | Unterstützt das System mehrere Sprachen für internationale Gäste? |
| Dashboard | Gibt es Echtzeit-Übersicht über Bestellungen, Umsatz, Tischstatus? |
| Testphase | Kannst du kostenlos testen bevor du dich bindest? |
| Vertrag | Monatlich kündbar oder lange Laufzeit? |
| Support | Erreichbarkeit: nur per E-Mail oder auch WhatsApp/Telefon? Reaktionszeit? |
| Einrichtung | Wird dir bei der Einrichtung geholfen oder bist du auf dich allein gestellt? |
orderQ bietet alle drei Bestellwege (QR-Code, Terminal, Kellner-App), automatisches Drucker-Routing, Echtzeit-Dashboard und 24/7-Support via WhatsApp. Du kannst 30 Tage kostenlos testen, monatlich kündbar, ohne Einrichtungsgebühr.
Was Nutzer sagen, findest du auf Trustpilot und Google Reviews.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein digitales Bestellsystem?
Die meisten Anbieter arbeiten mit monatlichen Gebühren zwischen 30-150€ je nach Funktionsumfang. Dazu können Transaktionsgebühren (1-3% pro Zahlung am Terminal) und einmalige Hardware-Kosten kommen. Achte auf versteckte Kosten wie Einrichtungsgebühren oder lange Vertragslaufzeiten.
Brauche ich ein neues Kassensystem?
Nicht unbedingt. Viele Bestellsysteme funktionieren unabhängig vom Kassensystem. Die Bestellungen kommen digital rein, die Abrechnung kannst du trotzdem über deine bestehende Kasse machen. Eine Integration ist optional und nicht zwingend nötig.
Funktioniert QR-Bestellung auch ohne WLAN für den Gast?
Der Gast braucht eine Internetverbindung, entweder über mobiles Datenvolumen oder über dein Gäste-WLAN. Das System selbst braucht eine stabile Internetverbindung für die Übertragung an Küche und Dashboard.
Was passiert wenn das Internet ausfällt?
Das ist der wichtigste Punkt für den Alltag. Gute Systeme haben einen Offline-Modus oder du hast einen Fallback-Plan (ausgedruckte Speisekarten, manuelle Bestellannahme). Frag den Anbieter gezielt danach.
Muss der Gast eine App installieren?
Bei den meisten modernen QR-Systemen nicht. Der Gast scannt den Code und das Menü öffnet sich direkt im Browser. Kein Download, keine Registrierung. Das ist wichtig, denn jeder zusätzliche Schritt reduziert die Nutzungsrate drastisch.
Tablet-Bestellsystem oder QR-Code: was ist besser?
Kommt auf deinen Betrieb an. Tablets (als Kellner-App oder Terminal) geben dir mehr Kontrolle. QR-Codes geben dem Gast mehr Freiheit. Viele Betriebe kombinieren beides: QR auf dem Tisch und Tablet für das Personal.
Wie lange dauert die Einrichtung?
Bei den meisten Anbietern 1-2 Wochen. Der größte Zeitaufwand ist die Digitalisierung deines Menüs. Wenn der Anbieter das für dich übernimmt, geht es schneller.
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