Bestellterminal für die Gastronomie: der Praxis-Guide
Ein Bestellterminal ist ein Touchscreen-Gerät, an dem Gäste selbstständig bestellen und optional direkt bezahlen. Bekannt aus der Schnellgastronomie, aber längst auch in Restaurants, Cafés und Mensen im Einsatz. Der Vorteil: schnellere Abwicklung, weniger Personal an der Kasse, weniger Fehler bei der Bestellung.
Dieser Guide erklärt, was du für ein Terminal-Setup brauchst, was es kostet, welche Variante zu deinem Betrieb passt und wie du es einrichtest.
Was ist ein Bestellterminal?
Ein Bestellterminal (auch Self-Order-Kiosk oder Selbstbedienungsterminal) ist ein Gerät mit Touchscreen, an dem Gäste ihre Bestellung selbst aufgeben. Es steht typischerweise am Eingang, an der Theke oder an einem zentralen Punkt im Lokal.
Der Ablauf ist simpel: Gast tritt an das Terminal, navigiert durch das Menü, wählt Gerichte und Extras aus, bezahlt optional per Karte und bekommt eine Bestellnummer. Die Bestellung geht direkt an die Küche.
Was ein Terminal von einer reinen QR-Code-Bestellung unterscheidet: Das Terminal ist ein eigenes Gerät. Der Gast braucht kein Smartphone, kein Internet, keine Kamera zum Scannen. Er steht vor dem Bildschirm und bedient ihn direkt.
Das macht Terminals besonders interessant für Betriebe mit hohem Durchlauf, wo Geschwindigkeit wichtiger ist als persönlicher Service.
Tablet vs. Kiosk: die zwei Varianten
Tablet-Bestellterminal
Ein Android-Tablet in einer Halterung auf der Theke oder an einem Ständer. Kompakt, günstig in der Anschaffung, flexibel positionierbar.
Vorteile:
- Niedrige Einstiegskosten (Tablet + Halterung)
- Leicht umzustellen, wenn sich das Layout ändert
- Kann auch als Kellner-Gerät oder Kassendisplay genutzt werden
Nachteile:
- Kleinerer Bildschirm (10-13 Zoll)
- Wirkt weniger professionell als ein Kiosk
- Muss regelmäßig geladen werden
Passt für: Cafés, kleine Imbisse, Betriebe die mit kleinem Budget starten wollen.
Kiosk-Bestellterminal
Ein Standgerät mit großem Touchscreen (15-32 Zoll), oft mit integriertem Kartenleser und Bondrucker. Das ist die Variante, die du von McDonald's oder Burger King kennst.
Vorteile:
- Großer, gut sichtbarer Bildschirm
- Professionelles Erscheinungsbild
- Integrierte Zahlung und Bondruck möglich
- Robuster, für Dauerbetrieb gebaut
Nachteile:
- Höhere Anschaffungskosten
- Braucht festen Standort und Stromanschluss
- Weniger flexibel bei Umstellungen
Passt für: Schnellgastronomie, Mensen, Betriebe mit hohem Durchlauf und fester Theke.
Welche Variante für welchen Betrieb?
| Betriebsart | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Schnellgastronomie | Kiosk | Hoher Durchlauf, professionelles Auftreten, integrierte Zahlung |
| Café / Bäckerei | Tablet | Kompakt, günstig, passt auf die Theke |
| Imbiss / Döner | Tablet oder Kiosk | Je nach Platz und Budget |
| Mensa / Kantine | Kiosk (mehrere) | Große Mengen, schnelle Abwicklung, wenig Personal |
| Restaurant mit Theke | Tablet | Ergänzung zum normalen Service, nicht Hauptkanal |
| Food Court | Kiosk | Gäste erwarten Selbstbedienung |
Warum sich ein Bestellterminal lohnt
Schnellere Abwicklung
Kein Warten in der Schlange an der Kasse. Mehrere Gäste können gleichzeitig bestellen, wenn du mehrere Terminals aufstellst. In der Stoßzeit ist das der größte Vorteil.
Weniger Personalkosten
Ein Terminal ersetzt keine Mitarbeiter komplett, aber es reduziert den Bedarf an der Kasse. Dein Personal kann sich auf Zubereitung, Ausgabe und Sauberkeit konzentrieren statt auf Bestellaufnahme.
Größere Bestellungen
Gäste bestellen am Terminal im Schnitt mehr als am Tresen. Das liegt nicht an Tricks, sondern an der Darstellung: Bilder, Extras und Empfehlungen sind sichtbar statt nur im Kopf des Kellners. Bei orderQ führen Schritt-für-Schritt-Menüs zu durchschnittlich 20% mehr Nachbestellungen, weil Getränke, Beilagen und Toppings nie vergessen werden.
Weniger Fehler
Was der Gast am Bildschirm auswählt, kommt genau so in der Küche an. Keine Missverständnisse bei der mündlichen Bestellung, keine vergessenen Sonderwünsche.
Mehrsprachigkeit ohne Aufwand
Ein Terminal kann das Menü in mehreren Sprachen anzeigen. Der Gast wählt seine Sprache und bestellt in Deutsch, Englisch oder einer anderen verfügbaren Sprache. Kein Kellner muss übersetzen.
Was du für ein Terminal-Setup brauchst
Ein Bestellterminal ist mehr als nur ein Bildschirm. Hier ist die komplette Liste, was du für ein funktionierendes Setup brauchst:
Hardware
- Tablet oder Kiosk-Gerät: Das Terminal selbst. Bei Tablets: Android-Tablet mit Ständer. Bei Kiosks: Standgerät mit integriertem Bildschirm.
- Kartenlesegerät (optional): Wenn Gäste direkt am Terminal bezahlen sollen. SumUp ist eine verbreitete Option mit 1,39% Transaktionsgebühr pro Zahlung.
- Bondrucker: Für die Küche und optional für Bestellbestätigungen am Terminal. Mindestens ein Drucker in der Küche, bei Bedarf ein zweiter an der Bar.
- WLAN-Router: Stabile Internetverbindung für die Übertragung an Küche und Dashboard.
Software
- Terminal-Software: Die App oder Web-Anwendung die auf dem Gerät läuft. Hier entscheidet sich, wie das Menü aussieht und wie der Bestellablauf funktioniert.
- Dashboard: Deine Verwaltungsoberfläche. Hier pflegst du das Menü, siehst Bestellungen in Echtzeit und verwaltest Einstellungen.
- Drucker-Routing: Die Software muss wissen, welche Bestellungen wo gedruckt werden. Essen in die Küche, Getränke an die Bar.
Design und Branding
Dein Terminal sollte zu deinem Restaurant passen. Farben, Logo, Menü-Layout. Gute Systeme bieten einen Theme-Editor, mit dem du das Erscheinungsbild anpassen kannst: Sidebar-Farben, Kategorien, Hintergrund. Bei orderQ gibt es dafür einen visuellen Terminal-Theme-Editor, der keine Programmierkenntnisse erfordert.
Einrichtung Schritt für Schritt
Schritt 1: Menü digitalisieren
Dein Menü muss ins System. Kategorien anlegen, Artikel mit Preisen und Bildern einfügen, Extras definieren (Größen, Toppings, Beilagen). Gute Bilder machen hier einen großen Unterschied, weil Gäste am Terminal visuell entscheiden.
Zeitaufwand: 1-3 Stunden je nach Menügröße. Wenn du dein Menü bereits für eine QR-Code-Bestellung digitalisiert hast, kannst du es direkt übernehmen.
Schritt 2: Hardware aufstellen
Tablet auf die Theke oder Kiosk am Eingang positionieren. Stromanschluss sicherstellen, WLAN-Verbindung testen. Bei mehreren Terminals: alle am selben Netzwerk, damit sie aufs gleiche Dashboard zugreifen.
Position ist wichtig: Das Terminal muss dort stehen, wo Gäste natürlicherweise hingehen. Am Eingang, an der Theke, neben der Kasse. Nicht in einer Ecke wo niemand es sieht.
Schritt 3: Drucker einrichten
Drucker mit dem System verbinden und Bereiche zuordnen. Teste mit einer Probebestellung ob alles am richtigen Drucker ankommt. Küche bekommt nur Essensbestellungen, Bar nur Getränke.
Schritt 4: Zahlung konfigurieren (optional)
Wenn du Kartenzahlung direkt am Terminal willst: Kartenlesegerät anschließen und koppeln. Bei SumUp ist das in wenigen Minuten erledigt. Alternativ können Gäste am Terminal bestellen und an der Kasse bezahlen.
Schritt 5: Design anpassen
Farben, Logo und Layout an dein Branding anpassen. Kategorien in der Sidebar so sortieren, wie es für dein Menü Sinn macht. Meistverkaufte Artikel nach oben.
Schritt 6: Testlauf
Einen Tag lang im Echtbetrieb testen. Beobachte: Finden Gäste das Terminal? Kommen sie mit der Bedienung klar? Kommen die Bestellungen korrekt in der Küche an? Erst dann voll umstellen.
Was kostet ein Bestellterminal?
Die Kosten hängen davon ab, ob du ein Tablet oder einen Kiosk wählst und welche Software du nutzt.
| Posten | Tablet-Terminal | Kiosk-Terminal |
|---|---|---|
| Gerät | 300-600€ (Tablet + Halterung) | 1.500-5.000€ |
| Kartenleser (z.B. SumUp) | ab 39€ | ab 39€ oder integriert |
| Bondrucker | 200-400€ | 200-400€ oder integriert |
| Software (monatlich) | 30-100€/Monat | 30-100€/Monat |
| Transaktionsgebühr | 1-3% bei Kartenzahlung | 1-3% bei Kartenzahlung |
Tablet-Setup ab ca. 500-1.000€ Einmalkosten plus monatliche Softwaregebühr. Ein Kiosk-Setup ab ca. 2.000-5.500€ plus Software. Die monatliche Softwaregebühr ist bei beiden Varianten gleich.
Achte auf versteckte Kosten: Einrichtungsgebühren, lange Vertragslaufzeiten, Gebühren pro Bestellung. Anbieter mit kostenloser Testphase und monatlicher Kündbarkeit sind in der Regel die bessere Wahl.
Häufige Fehler vermeiden
Terminal an der falschen Stelle
Ein Bestellterminal in der Ecke neben der Toilette wird nicht genutzt. Es muss dort stehen, wo der Gast als erstes hingeht: am Eingang, an der Theke, im Blickfeld. Wenn Gäste erst suchen müssen, bestellen sie lieber an der Kasse.
Menü nicht für Terminal optimieren
Ein Terminal-Menü ist nicht dasselbe wie eine gedruckte Speisekarte. Wenige klare Kategorien, große Bilder, kurze Beschreibungen. Der Gast soll in 60 Sekunden bestellen können. Verschachtelte Untermenüs und lange Texte bremsen aus.
Keine Erklärung für Gäste
Nicht jeder Gast hat schon mal an einem Self-Order-Terminal bestellt. Ein kleines Schild mit "Hier bestellen" und ein kurzer Hinweis auf den Ablauf helfen. In der Anfangsphase kann auch ein Mitarbeiter danebenstehen und unterstützen.
Kein Fallback bei Ausfall
Terminal kaputt, WLAN weg, Kartenleser streikt. Für jeden Fall brauchst du einen Plan B. Das kann eine klassische Kasse sein oder die Möglichkeit, Bestellungen über ein Zweitgerät aufzunehmen.
Zahlung als Pflicht statt Option
Nicht jeder Gast will am Terminal mit Karte bezahlen. Biete immer auch die Option "An der Kasse bezahlen" an. Sonst verlierst du Bargeld-Kunden.
Terminal vs. QR-Code vs. Kellner-App
Bestellterminals sind eine von drei Möglichkeiten, Bestellungen digital aufzunehmen. Hier der direkte Vergleich:
| Kriterium | Terminal | QR-Code | Kellner-App |
|---|---|---|---|
| Gast bestellt selbst | Ja | Ja | Nein |
| Gast braucht Smartphone | Nein | Ja | Nein |
| Hardware nötig | Tablet/Kiosk | Nur QR-Codes | Tablet für Personal |
| Zahlung am Gerät | Ja (Kartenleser) | Optional | Optional |
| Ideal für | Schnellgastro, Imbiss | Restaurant, Café, Bar | Fine Dining, gehobener Service |
| Nachbestellung | Gast muss erneut hin | Sofort am Tisch | Kellner kommt |
| Investition | Mittel bis hoch | Niedrig | Niedrig |
Fazit: Terminals passen am besten für Betriebe mit Thekenbetrieb und hohem Durchlauf. Für Tischservice ist QR-Code-Bestellung die bessere Wahl. Viele Betriebe kombinieren beide Ansätze. Einen kompletten Überblick über alle Optionen findest du im Guide für digitale Bestellsysteme.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich ein Kassensystem dazu?
Nicht zwingend. Ein Bestellterminal kann unabhängig von deiner Kasse funktionieren. Die Bestellungen laufen über das Terminal-System, die Bezahlung kann separat an der Kasse oder direkt am Terminal per Kartenleser erfolgen.
Kann ich ein normales Tablet als Terminal nutzen?
Ja. Ein Android-Tablet mit einer Halterung funktioniert als Einstiegslösung. Du brauchst die passende Software und optional einen Kartenleser. Für professionellere Setups gibt es dedizierte Kiosk-Geräte.
Wie bezahlen Gäste am Terminal?
Per Karte über einen angeschlossenen Kartenleser (z.B. SumUp mit 1,39% pro Transaktion) oder an der Kasse. Bargeld direkt am Terminal ist nur bei spezialisierten Kiosk-Geräten mit Münzeinwurf möglich und für die meisten Betriebe nicht nötig.
Funktioniert das Terminal auch offline?
Die meisten Systeme brauchen eine Internetverbindung, um Bestellungen an die Küche und ans Dashboard zu senden. Ein stabiles WLAN ist Pflicht. Bei kurzem Ausfall können gute Systeme Bestellungen zwischenspeichern und später synchronisieren.
Wie viele Terminals brauche ich?
Das hängt vom Durchlauf ab. Ein einzelnes Terminal reicht für Betriebe mit moderatem Bestellaufkommen. Bei Stoßzeiten-Betrieben (Mensa, Schnellgastronomie) lohnen sich zwei oder drei Geräte um Warteschlangen zu vermeiden.
Kann ich das Terminal-Design an mein Restaurant anpassen?
Bei den meisten Anbietern ja. Gute Systeme bieten einen Theme-Editor für Farben, Logo, Kategorien und Layout. So passt das Terminal optisch zu deinem Betrieb statt wie ein Fremdkörper auszusehen.
Terminal oder QR-Code: was ist besser für mein Restaurant?
Wenn deine Gäste sitzen und mehrfach bestellen, ist QR-Code besser. Wenn Gäste an einer Theke bestellen und mitnehmen, ist ein Terminal besser. Viele Betriebe nutzen beides: Terminal an der Theke und QR-Codes auf den Tischen.
Du willst ein Bestellterminal für dein Restaurant testen? Teste orderQ 30 Tage kostenlos. Terminal-Software mit Theme-Editor, Drucker-Routing und SumUp-Integration. Monatlich kündbar, ohne Einrichtungsgebühr. Was Nutzer sagen, findest du auf Trustpilot und Google Reviews.